COVID-19-Schutzmaßnahmen auf Baustellen

COVID-19-Schutzmaßnahmen stellen die Baubranche weiterhin vor Herausforderungen

Zu Beginn der Pandemie konnte sich die Baubranche schnell auf das Virus einstellen und entsprechende Schutzvorkehrungen auf Baustellen treffen. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigt nun jedoch, dass das Baugewerbe im Branchenvergleich eine der höchsten Infektionsraten aufweist.
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Es ist nun etwa ein Jahr her, dass die COVID-19-Pandemie einen Großteil der Länder dieser Welt in den Lockdown zwang. Obwohl sich die Wirtschaft davon noch nicht vollständig erholt hat, konnte die Baubranche weitgehend von ihrem Status als „systemrelevante“ Branche profitieren: Während zahlreiche andere Branchen ihre Produktion einstellen oder zumindest drastisch einschränken mussten, ging die Arbeit in der Baubranche weiter.

Nichtsdestotrotz ergaben sich auch in der Baubranche einige durch das Virus bedingte Herausforderungen und zwar besonders beim Umgang mit Mitarbeitern auf der Baustelle. Obwohl die Branche zu Beginn der Pandemie sehr schnell reagierte und Maßnahmen einführte, um die Arbeit auf den Baustellen so sicher wie möglich zu gestalten, blieb das Virus für viele Mitarbeiter vor Ort ein großes Problem.

Eine im Dezember 2020 durchgeführte Studie ergab, dass Bauarbeiter wesentlich häufiger mit COVID-19 infiziert waren als Arbeitnehmer in anderen Branchen. Dr. Jeffrey Klausner, ein Mitverfasser der Studie und Professor für Präventivmedizin an der University of Southern California Keck School of Medicine und medizinischer Leiter von Curative, stellte fest, dass 529 Testergebnisse von „Bauarbeitern“ eine Positivitätsrate von 5,7 % für einen asymptomatischen Verlauf und eine Positivitätsrate von 10,1 % für einen symptomatischen Verlauf aufwiesen.

Der Southwest Regional Council of Carpenters, ein Verband, der über 55.000 Schreiner in Südkalifornien, Nevada, Arizona, Utah, New Mexico und Colorado vertritt, hat in Zusammenarbeit mit Bauunternehmen COVID-19-Sicherheitsprotokolle entwickelt. Zudem hat die Gewerkschaft eine Online-Schulung zu COVID-19 veröffentlicht, in der ihre Mitglieder und Auftragnehmer darüber informiert werden, wie sie sich vor der Ansteckung mit und der Verbreitung von COVID-19 auf Baustellen schützen können.

Darin werden zahlreiche Themen abgedeckt: Welche Auswirkungen hat ein COVID-19-Ausbruch auf die Arbeit auf der Baustelle? Wie sollte persönliche Schutzausrüstung einsetzen werden? Und wie sehen sichere Arbeitsverfahren in Zeiten der Pandemie aus?

Bauunternehmer sollten alles daran setzen, COVID-19-Ausbrüche auf Baustellen zu verhindern und die Risiken durch das Tragen von Masken und die Einhaltung von Sicherheitsabständen so gut wie möglich zu reduzieren. Gleichzeitig sollte sichergestellt werden, dass die Arbeiter routinemäßig getestet werden. Auf einigen Baustellen wird bei den Arbeitnehmern zudem Fieber gemessen, bevor sie ihre Schicht antreten.

Die Verfügbarkeit von Impfdosen für Bauarbeiter variiert je nach der jeweiligen Prioritätenliste des US-Bundesstaates. Derzeit ist nicht genügend Impfstoff verfügbar, um den Bedarf landesweit zu decken – zumindest solange, bis die Produktion hochgefahren wird und andere Impfstoffe eine Notfallzulassung erhalten.Anfang des Monats kündigte US-Präsident Joe Biden an, dass bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen in den USA zur Verfügung stehen werde.

Dennoch ist Klausner der Meinung, dass Mitarbeiter auf Baustellen häufiger auf COVID-19 getestet werden müssen.

„Die Branche sollte ihre Arbeitnehmer zweimal pro Woche testen lassen. Diejenigen, die positiv auf das Virus getestet werden, sollten für eine Dauer von zehn Tagen mit Bezahlung freigestellt werden, und diejenigen, die dem Virus ausgesetzt waren, sollten fünf Tage mit Bezahlung freigestellt werden, bis ihr Test negativ ist“, so Klausner. „Wenn Tests konsequent und regelmäßig durchgeführt werden, tragen sie maßgeblich zur Eindämmung von Ausbrüchen bei. Die Arbeitsschutzbehörde (OSHA) sollte Arbeitgeber dazu verpflichten, regelmäßige Tests anzubieten.“

Die Biden-Administration treibt die Ausweitung der Testkapazitäten mit dem COVID-19-Testgremium und einem Programm für Arbeitskräfte im öffentlichen Gesundheitswesen, das durch eine Anordnung des Präsidenten eingerichtet wurde, bereits jetzt mit Nachdruck voran. Auf Baustellen mit gewerkschaftlich organisierten Arbeitskräften kann es sein, dass Sie sich zunächst mit den Gewerkschaften über die Durchführbarkeit von Mitarbeitertestprogrammen auf der Baustelle abstimmen müssen.

Am 29. Januar hat die Arbeitsschutzbehörde neue Arbeitsschutzrichtlinien für COVID-19-Schutzprogramme herausgegeben. In dem neuen Leitfaden werden die Rechte der Arbeitnehmer gestärkt und branchenspezifische Leitlinien für Bauarbeiter aufgestellt.