Bekämpfung des Klimawandels mit besseren Häusern

Im Wohnungsbausektor werden verstärkt Technologien zur Verbesserung der Energieeffizienz neuer Häuser und zur Senkung der CO2-Emissionen eingesetzt. Gleichzeitig nutzen Eigenheimbesitzer verschiedene Methoden, um ihre Immobilien umweltverträglich zu gestalten.
Share on facebook
Share on linkedin
Share on twitter
Share on email

Qualitativ hochwertiger Wohnraum ist ein Grundpfeiler jeder verantwortungsvollen Gesellschaft. 

In Großbritannien ist die Nachfrage nach Wohnraum so groß, dass die Regierung das ehrgeizige Ziel festgelegt hat, bis Mitte diesen Jahrzehnts jährlich 300.000 neue Wohnungen zu bauen. 

Der Klimawandel, dessen Bekämpfung ganz oben auf der Agenda von Behörden, Architekten, Wohnungsbauunternehmen und Eigenheimbesitzern steht, liefert einen zusätzlichen Impuls, dafür zu sorgen, dass alle neuen Wohngebäude nach anspruchsvollen Effizienzstandards entworfen und gebaut und dass diese Standards auch nach der Fertigstellung eingehalten werden.  

Doch nicht nur neue Häuser müssen energieeffizient sein. Viele existierende Wohngebäude in Großbritannien, die teilweise mehrere Hundert Jahre alt sind, geben Wärme an die Umgebung ab, weil ihre Fenster nicht richtig schließen und ihre Wände und Dächer kaum gedämmt sind. 

Die energetische Sanierung dieser Gebäude ist ein millionenschwerer Markt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, wenn man bedenkt, worin das Problem besteht. 

Reduzierung von Emissionen durch umweltfreundliche Häusergestaltung 

Laut der gemeinnützigen Organisation Energy Saving Trust (EST) werden etwa 22 % der britischen CO2-Emissionen durch Wohngebäude verursacht.  

Zahlreiche Anstrengungen werden unternommen, um Wohngebäude umweltfreundlicher zu gestalten, damit sie keine Energie verschwenden, z. B. durch bessere Dämmung, dicht schließende Fenster und effizientere Heizsysteme mit einer geringeren Umweltbelastung.  

Die britische Regierung hat die Zeichen der Zeit erkannt und im vergangenen Jahr den Green Homes Grant (Zuschuss für umweltfreundliche Wohngebäude) eingeführt. Im Rahmen dieses Programms konnten Eigenheimbesitzer Gelder beantragen, um die Energieeffizienz ihres Wohneigentums zu verbessern, und damit bis zu 600 Pfund (ca. 710 Euro) an Energiekosten pro Jahr zu sparen. 

Doch dieses 1,5 Milliarden Pfund (ca. 1,8 Milliarden Euro) umfassende Programm wurde im März 2021 aufgrund von Vorwürfen zurückgezogen. Es sei nicht richtig durchdacht und übereilt verabschiedet worden. 

Der Grundgedanke hinter dieser Finanzierungshilfe ist jedoch klar: Zwei Drittel der Wohngebäude in Großbritannien erfüllen nicht die langfristigen Energieeffizienzziele.  

Untersuchungen zufolge entsprechen mehr als 12 Millionen Wohnungen nicht einmal der Energieeffizienzklasse C. Energieausweise weisen die Effizienz von Wohngebäuden auf einer Skala von A bis G aus. 

Das bedeutet, dass Eigenheimbesitzer nicht nur unnötig hohe Energierechnungen haben, sondern dass sie auch unnötig viele Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre pumpen. 

Effizienz und Nachhaltigkeit 

Es gibt viele Methoden zur Verbesserung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Wohngebäuden. Die nachträgliche Dämmung ist eine der häufigsten Maßnahmen, die an Bestandsgebäuden durchgeführt wird. Bei neuen Wohngebäuden wird zudem auf eine möglichst luftdichte Konstruktion geachtet.  

Laut den Ergebnissen einer von der britischen Regierung in Auftrag gegebenen Studie mit dem Titel „What Does It Cost To Retrofit Homes?“ zu den Nachrüstungskosten von Wohngebäuden beläuft sich die Dämmung der Hohlwände, die Reihenhäuser voneinander abgrenzen, auf etwa 25 bis 30 Pfund (30–35 Euro) pro Quadratmeter bzw. 350 Pfund (410 Euro) pro Haus. 

Die Dämmung von Innenwänden kostet 55–140 Pfund (65–165 Euro) pro Quadratmeter Wandfläche. Bei einer kleinen Doppelhaushälfte entspricht dies 5.000–10.400 Pfund (5.900–12.300 Euro). Die Kosten für die Dämmung von Außenwänden liegen zwischen 55 und 180 Pfund (65–212 Euro) pro Quadratmeter bzw. 7.000 bis 9.000 Pfund (8.250–10.600 Euro) pro Haus.  

Laut EST betragen die Kosten für eine Massivwanddämmung bei einem Haus durchschnittlicher Größe 8.000–10.000 Pfund (9.400-11.800 Euro). Dadurch können die Energiekosten je nach Art des Hauses um 105–375 Pfund (125–440 Euro) pro Jahr gesenkt werden. 

Durch diese Maßnahmen können zudem 425–1.540 kg CO2 eingespart werden. 

Ein weiterer Faktor ist das Heizen. Zur Reduzierung der CO2-Emissionen hat Großbritannien den Future Homes Standard verabschiedet, wonach ab Mitte des Jahrzehnts für Neubauten keine Gasheizungen mehr genehmigt werden.  

Die Kraft der Pumpen

Wärmepumpen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie gelten als „saubere“ und wartungsarme Heizsysteme. 

Es gibt zwei Arten: Erdwärmepumpen und Luftwärmepumpen. Eine Erdwärmepumpe, die dem Erdreich über ein Rohrsystem latente Wärme entzieht, kostet in der Regel zwischen 15.000 und 16.000 Pfund (17.700–18.900 Euro). Bei einem Haus mit fünf Zimmern belaufen sich die Betriebskosten auf 500 Pfund (590 Euro) pro Jahr. 

Alternativ können Eigenheimbesitzer eine Luftwärmepumpe einbauen, die wie eine externe Klimaanlage aussieht. Sie leitet Luft durch einen Wärmetauscher und entzieht ihr dabei Wärme. 

Luftwärmepumpen kosten zwischen 10.000 und 11.000 Pfund (11.800–13.000 Euro). Die Betriebskosten liegen bei einem Haus mit fünf Zimmern bei etwas mehr als 700 Pfund (ca. 825 Euro) pro Jahr.  

Eine weitere nachhaltige Energiequelle, mit der wahrscheinlich viele vertraut sind, ist die Solarenergie. Eine typische Solaranlage mit 12–16 Modulen auf dem Dach kann zwischen 5.000 und 8.000 Pfund (5.900–9.400 Euro) kosten. 

Weitere Möglichkeiten zum Energiesparen 

Es gibt noch andere Wege, um die Nachhaltigkeit von Wohngebäuden zu verbessern. Diese sind nicht teuer, senken aber über einen längeren Zeitraum ebenfalls die Energiekosten. 

LED-Leuchtmittel verbrauchen weniger Energie als herkömmliche Glühlampen, leuchten aber genauso hell und tragen zur Senkung des Stromverbrauchs und der Stromrechnung bei.  

Mit der Abdichtung von Fenstern und Türen gegen Zugluft kann Wärme im Haus gehalten und Heizenergie gespart werden. Durch die Dämmung von Wasserrohren und Warmwasserspeichern wird der Energiebedarf für die Warmwassererzeugung reduziert. 

Intelligente Thermostate, die die Temperatur im Haus je nach Nutzung und Außentemperatur automatisch anpassen, senken ebenfalls die Heizkosten. 

Wohnungsbauunternehmen haben die steigende Nachfrage nach energieeffizienteren und umweltfreundlicheren Wohnhäusern erkannt. 

Wodurch zeichnet sich ein umweltfreundliches Haus aus? 

Inzwischen wünschen sich immer mehr zukünftige Eigenheimbesitzer ein Haus mit umweltfreundlicher Ausstattung, das Zukunftssicherheit verspricht.  

Durch den Einsatz moderner Baumethoden, wie z. B. der Holzrahmenbauweise, können umweltfreundliche Eigenheime für einen Preis zwischen 35.000 und 200.000 Pfund (41.000-23.500 Euro) errichtet werden. 

Einer der bekanntesten Niedrigenergiestandards ist das Passivhaus. Gebäude, die dem Passivhausstandard entsprechen, bieten ein hohes Maß an Komfort für die Bewohner und verbrauchen gleichzeitig weniger Energie für die Heizung und Kühlung. 

Bei der Konstruktion eines Hauses nach dem Passivhausstandard geht es darum, durch die Größe, Form und Ausrichtung des Gebäudes sowie gute Wärmespeicherung, Luftdichtheit, natürliche Belüftung und Wärmerückgewinnungssysteme „seine jährlichen CO2-Emissionen drastisch zu reduzieren“

Auch hier können Elemente wie Membranen zur Gewährleistung der Luftdichtheit, intelligente Belüftung, energieeffiziente Verglasung – oft Dreifachverglasung – sowie Technologien zur Entwässerung und Wasserrückgewinnung eingesetzt werden, um das Gebäude noch umweltfreundlicher zu machen. 

Bluebeam Revu kann Architekten, Wohnungsbauunternehmen und Heimwerker bei der effizienten Umsetzung nachhaltiger Bauprojekte unterstützen. 

Laut Aussage von Kunden, die Revu für derartige Projekte nutzen, verkürzt sich die Zeit bis zu deren Fertigstellung mithilfe der Lösung um 25 %. Zudem steige die Produktivität dank der optimierten Kommunikation um 60 % und durch den Verzicht auf papierbasierte Prozesse können mehr als 1.000 Arbeitsstunden eingespart werden.