Olympische Spiele in Brisbane 2032: ein Projektleitfaden

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Stadiondesignkonzept von Urbis

Brisbane in Queensland wurde als Austragungsort der Olympischen Spiele 2032 ausgewählt. Dieses Unterfangen verspricht eine Welle neuer Bauprojekte im kommenden Jahrzehnt. Brisbane ist seit 1952 die Stadt mit der niedrigsten Bevölkerung, die die Olympischen Spiele ausrichtet. Die neuen und bestehenden Veranstaltungsorte können den größeren Gastgebern jedoch mehr als nur das Wasser reichen.

Insgesamt hat Brisbane vor, 12 bestehende Veranstaltungsorte für die Olympischen Spiele 2032 zu nutzen. Zudem werden vier neue Veranstaltungsorte gebaut, vier weitere Bauten für das Großereignis umgebaut sowie zwei vorübergehende Gebäude für die Spiele errichtet. Sowohl die Olympischen als auch die Paralympischen Spiele werden eine zwanzigjährige Pipeline an Entwicklungsmöglichkeiten für Queensland eröffnen. In dem Bundesstaat werden mehr als 8 Milliarden. AUD (5 Milliarden Euro) an wirtschaftlichem und sozialem Gewinn erwartet. Es wird zudem geschätzt, dass das Großereignis etwa 90.000 Vollzeitstellen in Queensland und 122.900 im ganzen Land schaffen wird.

Stadträtin Krista Adams, die stellvertretende Bürgermeisterin von Brisbane, und Kelly Furtado von Bluebeam haben sich mit The B1M über die Olympischen Spiele 2032 in Brisbane unterhalten.

Annastacia Palaszczuk, die Premierministerin von Queensland, äußerte sich wie folgt: „Ich kann mir vorstellen, wie am Fluss entlang die Leute auf großen Leinwänden zuschauen und alle an dem Spektakel der Spiele teilhaben. Das Südufer führt zum West End und das wiederum ist über die Kurilpa Bridge mit Roma Street verbunden. Für den Neubau in Queen’s Wharf wird eine neue Brücke gebaut. Fähren, die sogenannten CityCats, bieten weitere Transportmöglichkeiten. All das ist bereits bestehende Infrastruktur.“

Brisbane erfüllte die Anforderungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und konnte sich dank seiner überzeugenden Leistung im Hinblick auf einen ganz bestimmten Punkt gegen andere große Länder wie Deutschland durchsetzen: Nachhaltigkeit. Ein zentraler Teil der von Brisbane beim IOC eingereichten Bewerbung drehte sich um nachhaltige Projekte zur Reduzierung schädlicher Emissionen im Rahmen der Spiele 2032.

„Wir wollten von Anfang an, dass das eine nachhaltige Olympiade wird“, so Adrian Schrinner, Bürgermeister von Brisbane. „Wir wollten wirklich vollen Einsatz dafür bringen. Wir wollten die erste Gastgeberstadt sein, die sich vertraglich zu klimapositiven Spielen verpflichtet.“

Es ist kein Zufall, dass die Regierung von Queensland 2030 als Frist dafür gesetzt hat, 50 % des Energiebedarfs durch erneuerbare Energiequellen zu decken. Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Brisbane 2032 bleibt Nachhaltigkeit somit weiterhin ein zentrales Thema bei der Entwicklungspolitik des Bundesstaats – sei es durch Mobilität oder in der Energieerzeugung und -verteilung.

„The Gabba“, Woolloongabba

Die Impression eines Künstlers vom Stadion „The Gabba“ in Woolloongabba nach dem Umbau

Die Hauptattraktion einer jeden Sommerolympiade ist das Hauptstadion, in dem die Eröffnungs- und Abschlussfeier stattfinden und das als Veranstaltungsort für die meisten Leichtathletikwettbewerbe dient.

Brisbane wird das Stadion „The Gabba“ in Woolloongabba als Hauptveranstaltungsort für die Olympiade umbauen. Der insgesamt 1 Milliarde AUD (620.000 Euro) kostende Umbau des Stadions, das bislang für AFL, Cricket- und weitere Veranstaltungen genutzt wurde, wird das Sitzplatzangebot um ca. 40.000 bis 50.000 Plätze erhöhen. Der Umbau umfasst auch den neuen Bahnhof Cross River, der derzeit direkt neben dem Stadion gebaut wird. Dort werden Tausende von Menschen Züge in die Stadt und aus der Stadt nutzen können.

„Olympisches Dorf“, Hamilton

Die Impression eines Künstlers vom Vorschlag für das Olympische Dorf am Nordufer von Hamilton

Sportler und Offizielle, die eine wichtige Rolle beim Erfolg der Olympiade spielen, werden in einem Umbau in Hamilton Wharves wohnen. Aktuell befinden sich dort das internationale Kreuzfahrtschiffterminal von Brisbane sowie weitere Luxuseinrichtungen. Das neue Olympische Dorf, das mehr als 10.000 Sportler beherbergen wird, wird in diesem Areal gebaut. Nach dem Ende der Spiele werden die Gebäude als privater/öffentlicher Wohnraum genutzt werden.

„Brisbane Live Arena“, Stadt Brisbane

Neben dem Hauptstadion unter freiem Himmel befand sich auch die 18.000 Plätze zählende Brisbane Arena bereits im Bau, bevor die Stadt den Zuschlag für die Olympiade bekam. Sie wird zu den Veranstaltungsorten für das Großereignis zählen. Offizielle der Stadt hoffen, dass das Stadion sowie die Rolle, die ihm im Rahmen der Olympiade 2032 zukommt, zur Revitalisierung des derzeit zu wenig genutzten westlichen Tores zur Stadt für Tausende von Menschen beitragen werden.

„Internationales Sendezentrum“, Süd-Brisbane

Zu guter Letzt wird das Internationale Sendezentrum als Brisbanes Drehscheibe für die Fernsehübertragung der Olympischen Spiele für Hunderte Millionen von Menschen in aller Welt dienen. Das Sendezentrum wird in einem temporär errichteten Gebäude auf dem 7 Hektar großen Areal im Süden von Brisbane untergebracht sein. Nach dem Ende der Spiele wird das Gelände in eine Parklandschaft verwandelt und als Verlängerung des Süduferbezirks um den Fluss herum dienen. Dies plant der Stadtrat von Brisbane bereits seit mehreren Jahren.