Wie die Baubranche von der Mentalität der Millennials profitieren kann

Was würde passieren, wenn sich das Baugewerbe die Denkweise dieser Generation zu eigen macht?
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Woran denken Sie, wenn Sie das Wort Millennial hören?

Das Erste, was den meisten Menschen bei diesem Wort einfällt, ist eine bestimmte Altersgruppe. Laut Pew Research, einem US-amerikanischen Forschungszentrum, gehören alle Menschen, die zwischen 1981 und 1996 geboren wurden, zu den Millennials. Diese Altersgruppe wird auch als „Generation Y“ bezeichnet.

In die Analyse dieser Altersgruppe wurde viel Zeit investiert. Artikel über die Kaufgewohnheiten und die finanziellen Entscheidungen sowie die Reiseplanung dieser Generation sind in der Gesellschaftsrubrik kaum zu übersehen.

Die Schlussfolgerungen dieser Artikel sind in der Regel ähnlich: Millennials zerstören alle etablierten Normen und Werte in unserer Gesellschaft. Aber wer zählt zu den Millennials? Geht es dabei nur um ein bestimmtes Alter und bestimmte stereotypische Lifestyle-Entscheidungen?

Jeff Sample, Director of Strategic Accounts bei dem Bausoftwareentwickler eSub, ist anderer Meinung. „Ich denke, der Begriff Millennial beschreibt eine gewisse Mentalität“, so Sample.

Trotz der weltweit geführten Debatte über die Vorteile der vermeintlichen Lifestyle- oder Karrierepräferenzen der Millennials behauptet Sample, dass die Mentalität der Millennials in der Tat eine gute Sache ist. Daher ist Sample der Meinung, dass alle Bauunternehmen sich diese Denkweise zunutze machen sollten.

Definition der Millennial-Mentalität

Wie genau ticken Millennials?

Laut Sample, der seit 20 Jahren in der Bausoftwareentwicklung tätig ist, geht es hauptsächlich um drei Dinge: Anpassungsfähigkeit, Vielfalt und Perspektive.

Diese Eigenschaften werden die Branche im Zeitalter von Technologie und Innovation vorantreiben. „Ich denke, die Millennial-Generation ist in der Lage, uns alle zu retten“, so Sample.

Die Baubranche könnte mehr Technologie gut gebrauchen. Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens McKinsey & Co. zeigt, dass die Baubranche in puncto Digitalisierung deutlich hinterherhinkt. Dies wiederum bremst das Wachstum des gesamten Sektors. Die McKinsey-Studie fand heraus, dass der Bauindustrie ein potenzielles Wachstum von 1,6 Billionen Dollar entgeht, weil die Entwicklung wegen der Scheu vor neuen Technologien stagniert.

Könnte man dem mit der Millennial-Mentalität effektiv entgegensteuern? Sample ist dieser Auffassung. „Ich habe von ihnen gelernt, anders zu denken“, sagt Sample über seine persönliche Arbeitserfahrung mit Millennial-Kollegen. „Sie haben meine Karriere vorangebracht. Sie haben einen Wandel in mir hervorgerufen und mir beigebracht, wie neue Technologien funktionieren und wie man sich Technologien am besten bedient.“

Die Anpassung an neue Technologien erfordert geistige Flexibilität. Innovationen im Technologiebereich bringen neue Werkzeuge vor, die die Effizienz und Effektivität von Arbeitskräften steigern. Ein Werkzeug ist jedoch nur so effektiv wie sein Benutzer. Benutzer müssen gewillt sein, die Vorgehensweisen der Vergangenheit neu zu bewerten. Des Weiteren sollten sie offen für Lösungen sein, mit denen sich die Produktivität in Zukunft steigern lässt. Dies sind Eigenschaften, die jeder ungeachtet des Alters erlernen kann.

Aufbau besserer Unternehmen

Die Vorteile der Millennial-Mentalität gehen weit über die üblichen Leistungsindikatoren für Unternehmen hinaus. Sample sieht die vielfältigen Denkansätze dieser Generation als etwas, was sich Bauunternehmen bei umfassenden kulturellen Fragen zunutze machen können. „Sie weisen die größte ethnische Vielfalt auf und zeigen sich am offensten für Diversität“, sagt Sample. „Die verschiedenen Denkansätze, die unterschiedliche Perspektiven reflektieren, sind das Wichtigste, was wir in unsere Organisationen einbringen können.“

Um die Bedeutung von Vielfalt für den Geschäftserfolg zu veranschaulichen, verweist Sample auf ein Unternehmen namens PDI Drywall und seine Gründerin Miki Paradis. Paradis baute das Unternehmen von Grund auf, verlor durch die Finanzkrise 2008 alles und baute es danach zu einem stärkeren und stabileren Unternehmen um.

„PDI Drywall ist eines der erfolgreichsten Unternehmen“, erklärt Sample, gerade weil „[Paradis] die Millennial-Mentalität in Ihrem gesamten Unternehmen eingeführt hat.“ Mit kontinuierlichen Innovationen und der Einführung nachhaltiger und langfristiger Konzepte für die Unternehmensprojekte hat sie dies erreicht. „Sie setzt bewusst auf teurere Materialien und hat es geschafft, die Leute davon zu überzeugen, dass dies der richtige Ansatz ist“, so Sample. „Weil es besser für die Umwelt ist, weil es langfristig gesehen besser ist.“

Laut Sample verkörpert Paradis die Zukunft der Baubranche, da sie mehr Frauen dazu ermutigt, in die Branche einzusteigen. Des Weiteren sagt er, dass genau diese Art von Ansatz in Zukunft für eine gesündere und offenere Baubranche sorgen wird.

Das Wissen um die Bedeutung von Vielfalt verbreitet sich im gesamten Baugewerbe immer mehr. „Mit der zunehmenden Vielfalt in unserer Branche werden wir Produktivitätssteigerungen beobachten, die auf neue Ideen zurückzuführen sein werden“, erklärte Jennifer Suerth, Vice President of Technical Services bei Pepper Construction Co., im vergangenen Jahr gegenüber Redshift by Autodesk.

Studien untermauern die Ansicht, dass eine zunehmende Vielfalt zu zufriedeneren und produktiveren Mitarbeitern führt. „Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Alter – man braucht sie alle“, so Sample. Und damit die Mitarbeiter effektiv arbeiten können, brauchen sie ein Umfeld, das offen für neue Ideen und Ansätze ist – also ein Umfeld, das von der Millennial-Mentalität geprägt ist.

Wenn man eins von Samples einzigartiger Perspektive lernen kann, dann ist das Folgendes: Die Offenheit und Anpassungsfähigkeit der Millennials wird Bauunternehmen helfen, die Produktivität zu steigern und ein nachhaltiges Wachstum in Zukunft zu fördern.