Gutachter auf der Baustelle

Der lange Weg zu einer digitalisierten Baubranche

Die Digitalisierung des Baugewerbes schreitet recht langsam voran. Wir erkunden, warum das so ist und wie man sinnvolle Veränderungen anstoßen kann.
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Es ist allgemein bekannt, dass die Digitalisierung in anderen Branchen schneller und effektiver voranschreitet als in der Bauindustrie. Dabei steht das Thema schon seit geraumer Zeit auf der Agenda. Außerdem preist ein Bericht nach dem anderen die vielen Vorteile an, die eine stärker digitalisierte Baubranche sowohl für die Projektabwicklung als auch für die Endbenutzer haben würde.

Wo liegt also das Problem?

Was muss noch passieren, damit die Digitalisierung richtig umgesetzt wird?

Um diese Frage näher zu untersuchen, haben wir gemeinsam mit DCW Connect eine Umfrage* durchgeführt. Dabei wurde schnell deutlich, dass die Kosten für Unternehmen ein wichtiger Faktor sind: Fast 40 % unserer Umfrageteilnehmer gaben an, dass fehlende finanzielle Mittel oder Investitionen das Haupthindernis für die Einführung neuer Technologien sind. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass es nicht nur an Software und speziellem Equipment fehlt. Ein Viertel der Befragten gab an, dass die Investition in mobile Geräte für ihr Unternehmen Priorität hat. Die Tatsache, dass etwas so Grundlegendes aktuell fehlt, zeigt, dass es noch viel Luft nach oben gibt. Bevor die Baubranche vollständig digitalisiert ist, kann also noch viel Zeit vergehen.

Doch nicht nur die Kosten stellen ein Problem dar. Einer von drei Befragten berichtete, dass Herausforderungen im Zusammenhang mit Mitarbeiterschulungen und Aspekten des Change Managements Führungsteams davon abhalten, Veränderungen umzusetzen. Dies legt nahe, dass das Vertrauen in die Technologie erst noch gestärkt werden muss. Unternehmen müssen besser darüber informiert werden, was sie kaufen sowie welchen Return on Investment sie erwarten können und wie die Implementierung möglichst reibungslos vonstattengehen kann.

Die Reaktionen auf die Pandemie treiben Veränderungen voran

Natürlich können auch externe Ereignisse diesen Entscheidungsprozess beeinflussen. Die COVID-19-Pandemie ist ein solches Ereignis, das ein Umdenken im Baugewerbe angestoßen hat. Plötzlich machten sich viele Unternehmen auf die Suche nach digitalen Lösungen, um flexiblere Arbeitsmodelle unterstützen zu können.

Von einem Tag auf den anderen wurden neue Technologien benötigt, um beispielsweise Abstandsregeln auf Baustellen oder standortunabhängiges Arbeiten zu ermöglichen. Die Implementierung entsprechender Arbeitsabläufe und Werkzeuge erfolgte sehr schnell und eröffnete Unternehmen neue Optimierungsmöglichkeiten.

Wenn auch Wettbewerber und Partner diese Verbesserungen implementieren und von den neuen Technologien profitieren, werden sich diese Veränderungen künftig durchsetzen und in der gesamten Branche verbreiten. Wer dann nicht investiert, gerät unweigerlich ins Hintertreffen.

Unsere Studie bietet einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Dinge. Ungefähr 70 % der Befragten haben in letzter Zeit digitale Arbeitsabläufe/Prozesse eingeführt, planen dies zu tun oder testen diese gerade. Unter denjenigen Unternehmen, die diesen Weg bereits eingeschlagen haben, geben sich viele nicht mehr mit einer einzigen Lösung zufrieden. 17 % von ihnen möchten ihre bestehenden Lösungen erweitern und stärker in die Unternehmensabläufe integrieren.

Derartige Vorhaben verschaffen Unternehmen eine gute Ausgangslage für die Zukunft. Für diejenigen, die gerade erste Digitalisierungsmaßnahmen umsetzen, ist es wichtig, jetzt die Kontrolle zu übernehmen: Statt einfach nur auf die Umstellung der Branche zu reagieren, müssen sie proaktiv werden und eine konkrete Digitalisierungsstrategie entwickeln.

Sicherheit, Qualität und Mehrwert werden dabei künftig zentrale Aspekte der Strategieentwicklung von Unternehmen sein. Auch der Technologie kommt eine wichtige Rolle zu. Welche das konkret sein wird, müssen die Verantwortlichen sich nun genau überlegen. Die Lehren aus dem vergangenen Jahr können sie dafür als Entscheidungshilfe heranziehen.

Das Ziel vor Augen

Wichtig ist zunächst eine sinnvolle Zielsetzung. Fragen Sie sich, welchen Zweck Sie mit der Digitalisierung und der Einführung neuer Technologien verfolgen. Welche bestehenden Arbeitsabläufe und Prozesse könnten durch Technologien verbessert werden? Und welche Workflows können dadurch komplett wegfallen? Es ist wichtig, sich erst diese Fragen zu stellen, bevor Änderungen geplant oder Investitionen vorgenommen werden.

Unsere Studie bietet dafür einige nützliche Ausgangspunkte:

  • 48 % möchten, dass Softwaretools ihnen helfen, Prozesse zu vereinfachen und zu automatisieren.
  • 47 % wünschen sich, dass Technologie die Nachverfolgung verbessert und die Projekttransparenz erhöht.
  • 46 % wollen Technologien zur Qualitätssicherung einsetzen.

Diese Zahlen zeigen, dass es innerhalb von Unternehmen durchaus ein gewisses Maß an Zuspruch für diese Veränderungen gibt und dass man sich bereits Gedanken über mögliche Verbesserungsmaßnahmen gemacht hat. Unsere Umfrage deckte jedoch auch einige Hindernisse auf. Die drei wichtigsten Probleme beziehen sich alle auf den Menschen: keine Schulungen, mangelnde Akzeptanz von oder sogar Abneigung gegen Technologie sowie menschliches Versagen. Dadurch entsteht eine große Barriere, die sich jedoch überwinden lässt, indem man die Produkteinführung richtig angeht.

Zusammenarbeit leicht gemacht

Ein effektives Einführungsmodell

Wichtig für die Einführung einer neuen Software ist, dass Sie den richtigen Technologiepartner an Ihrer Seite haben. Sie benötigen einen Anbieter, der die Art von Schulungen und Support bereitstellen kann, die zu Ihrer Unternehmenskultur und Ihrem Team passen. Idealerweise kennt er sich auch im Baugewerbe aus und kann Ihnen speziell für die Branche entwickelte Werkzeuge anbieten, was das Vertrauen Ihres Teams in die Lösung stärken und eine reibungslosere Einführung ermöglichen wird.

Der Anbieter sollte zudem so früh wie möglich mit Ihrem Team zusammenarbeiten. Sehr empfehlenswert ist dabei das Arbeiten in kleineren Gruppen an Pilotprojekten. Auf diese Weise kann die Lösung vor der vollständigen Implementierung erst einmal getestet werden, sodass interne Fürsprecher gewonnen werden können. Diese der Veränderung gegenüber positiv eingestellten Mitarbeiter sind entscheidend für Ihren langfristigen Erfolg, da sie ihren Kollegen beim Erlernen des Umgangs mit der neuen Lösung helfen und sie danach weiter unterstützen können. Zudem ermöglicht diese Vorgehensweise beiden Seiten, sich mit allen Prozessen vertraut zu machen, mögliche Probleme zu erkennen und sicherzustellen, dass die anvisierten Ziele tatsächlich umsetzbar sind (mehr dazu hier).

Sind die Mitarbeiter erst einmal an Bord, sollte die Leistung des neuen Tools im Vergleich zu den ursprünglichen Zielen nachverfolgt und bei Bedarf angepasst werden. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie den gewünschten ROI erzielen und Ihre Mitarbeiter künftig weitere Änderungen und Verbesserungen unterstützen werden.

Wenn Sie sich Technologien und der Digitalisierung öffnen, bereiten Sie auch den Weg für Wachstum und Erfolg. Dafür ist es entscheidend, herauszufinden, wie Sie diese Technologien bestmöglich nutzen können. Indem Sie Prozesse optimieren und standardisieren und mit Ihrem Technologiepartner zusammenarbeiten, können Sie einen noch höheren ROI erzielen.

(*Umfrage: Increase Productivity Through Tech Adoption Survey 2021: DCW Connect and Bluebeam [Umfrage von DCW Connect und Bluebeam zur Produktivitätssteigerung durch die Einführung von Technologie 2021]).

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