Wie die Bauindustrie nachhaltiger werden kann

Der Bausektor verursacht rund 40 % der CO2-Emissionen in Großbritannien. Es wird immer dringlicher, dieses Problem zu beheben, aber die Branche kann einiges tun, um einen Wandel herbeizuführen. Bluebeam und das B1M-Netzwerk haben dazu ein neues Video produziert.
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Warum ist Nachhaltigkeit im Baugewerbe wichtig?

Großbritannien profitiert gesellschaftlich sehr von der Baubranche. Allerdings verursacht sie auch enorme Verschmutzungen. Die Schätzungen variieren, aber der britische Green Building Council ist der Ansicht, dass der Bausektor rund 40 % der CO2-Emissionen des Landes ausmacht. Mit dieser Situation müssen wir uns nun auseinandersetzen.

Der durch das Baugewerbe verursachten Umweltverschmutzung gegenüber steht nicht zuletzt die Forderung der Kunden nach umweltfreundlicheren Gebäuden: Sowohl im Hinblick auf die Verbesserung der CO2-Bilanz – d. h. des Kohlenstoffs, der in den für das Projekt verwendeten Materialien enthalten ist, zusammen mit den durch die Bautätigkeit selbst verursachten Emissionen – als auch durch den emissionsarmen täglichen Betrieb eines Gebäudes, das bereits von Nutzern bezogen wurde.

Die Umstellung auf eine nachhaltigere Bauweise, mit der wir uns bedingt durch den Klimawandel beschäftigen müssen, erscheinen mitunter als viel zu große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat das B1M-Netzwerk in Zusammenarbeit mit Bluebeam ein kurzes Video produziert. Wir beschäftigen uns dort mit fünf Dingen, die die Bauindustrie – von Architekt:innen über Projektentwickler:innen bis hin zu Bauunternehmer:innen – tun kann, um nachhaltiger zu werden.

Nutzen Sie vorhandene Gebäude

Durch den Bau neuer Gebäude werden in Großbritannien jährlich schätzungsweise 48 Megatonnen Kohlendioxid freigesetzt – eine Megatonne entspricht einer Million Tonnen – und damit mehr als die Gesamtemissionen von ganz Schottland.

Die Errichtung eines einzigen neuen Gebäudes setzt bis zu 13 Mal mehr CO2 frei als die Renovierung eines traditionellen viktorianischen Reihenhauses der gleichen Größe.

Die Nutzung bestehender Gebäude und die Verbesserung ihrer Energieeffizienz würden die Kohlendioxidemissionen drastisch senken.

Informieren Sie sich über nachhaltige Baustoffe

Ein kürzlich erschienener Bericht der Leeds University hat ergeben, dass eine der effektivsten Methoden zur Senkung von Emissionen die wohlüberlegte Wahl der im Projekt zu verwendenden Baustoffe ist. Dem Bericht zufolge können Emissionen durch kluge Planung des Materialverbrauchs bereits in der Entwurfsphase, um mehr als 18 % verringert werden. Laut Vince Ugarow, der für die Ingenieurberatung Hilson Moran in leitender Funktion tätig ist, gibt es ein zunehmendes Bewusstsein für die Fort- und Umnutzung bestehender Gebäude.

„Wir stellen fest, dass Bauplaner in zunehmendem Maße die Tauglichkeit der Gebäude auf Umnutzung prüfen. Dabei geht es vor allem um das tatsächliche Weiterverwenden der Bauten, weniger um das Recycling von Baustoffen“, sagt er.

Darüber hinaus führe die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien – z. B. Holz anstelle von Beton und Stahl – zu weiteren Einsparungen.

Entwerfen Sie anpassungsfähige, zukunftstaugliche Gebäude

Bei der Errichtung von Gebäuden, die von Dauer sein sollen, gibt es zwei zentrale Aspekte: zukunftstaugliches Design und Anpassungsfähigkeit. Wenn man ein Gebäudes anderweitig nutzt, anstatt es einfach abzureißen, bleibt es länger ein nützliches Gut. Schätzungsweise 60 % der Gebäude in Großbritannien ändern im Laufe der Zeit ihren ursprünglichen Nutzungszweck.

Ugarow sagt, dass ein intelligenteres Design die möglichen zukünftigen Nutzungsarten eines Gebäudes bereits berücksichtigen und es so schon heute anpassungsfähiger ist.

Je einfacher die Umnutzung von Gebäuden, desto eher kann man auf die Errichtung neuer Gebäude verzichten.

Reduzieren Sie Fahrten zur Baustelle

Neben der Bautätigkeit selbst ist der Verkehr mit einem Anteil von 30 % der größte Verursacher von Kohlenstoffemissionen.

Ein großes Problem ist der Transport von und zu einer Baustelle. Oft wird Baumaterial angeliefert und der LKW dann auf Leerfahrt zurückgeschickt.

„Das sollte nach Möglichkeit besser gebündelt werden, um die Anzahl der Fahrten zu reduzieren, sowohl in Bezug auf die Menge an Material, die zum Standort verbracht wird, als auch in Bezug auf die dafür aufgewendete Arbeit“, sagt Ugarow.

Verzichten Sie auf Papier am Arbeitsplatz

Durch Umstellung auf digitale Baupläne und andere Dokumente werden die ausführenden Teams im Alltagsbetrieb flexibler und genauer.

Zentral gespeicherte Dokumente können über mobile Geräte vor Ort abgerufen, eingesehen und – falls erforderlich – bearbeitet werden. Fehler werden schnell erkannt und korrigiert. So ist das Bauprogramm weitaus effizienter, als wenn man ständig nach physischen Unterlagen sucht.

Ugarow sagt dazu: „Ich unterhielt mich vor Kurzem mit einem auf das Bauen im Bestand spezialisierten Ingenieur, der wortwörtlich Tage damit verbrachte, nach Kisten zu suchen, um zum Beispiel die Baupläne für Kellergeschosse und Schwerlastmatten für ein Gebäude ausfindig zu machen, das gerade einmal 30 Jahre alt war. Das ist eine absolute Verschwendung von Zeit und Ressourcen und eine potenzielle Verwässerung der Genauigkeit. All dies in ein digitales Format einzubetten, macht das Leben so viel einfacher.“

Stuart Broome, Chief Customer Officer bei Bluebeam, weist auf die Umwelteinsparungen durch papierloses Arbeiten im Baugewerbe hin.

„Im Jahr 2020 haben wir der Baubranche geholfen, 80 Millionen Dokumente online zu digitalisieren“, sagt er. „Die Digitalisierung einer derart großen Zahl von Dokumenten aus Papier spart etwa 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom oder 1.000 Tonnen an Treibhausgasen.“

Broome zufolge belaufen sich allein die Kosteneinsparungen bei Papier auf über 700.000 Euro. Dafür könnte man etwa 2.000 Tablet-Geräte für Bauarbeiter auf den Baustellen kaufen, um die weitere Digitalisierung unserer Branche zu fördern. Wir bei Bluebeam bezeichnen dies als Flywheel-Effekt: Erfolg in einem Bereich führt zu einem weiteren Erfolg in anderen Bereichen und generiert eine entsprechende Dynamik.“

Weitere Vorteile des digitalen Wandels

Die Vorteile der Bluebeam-Bausoftware gehen über den Umweltaspekt hinaus. Broome nennt insbesondere den Zugriff auf Daten für alle, die an einem Projekt beteiligt sind.

„Bluebeam Revu basiert auf der Nutzung von PDFs, die weit mehr als nur digitales Papier sind. Wir können so 2D-Baupläne mit Daten anreichern und effektiv mit BIM-Daten ausstatten.

Dadurch und dank kleinerer Dateien werden Bau- und Gebäudeinformationen für jedermann zugänglich, ohne dass eine spezielle Schulung erforderlich ist. Dies reduziert Fehler und somit die Notwendigkeit von Nacharbeiten, was wiederum zu weniger Materialverschwendung sowie zu geringeren Kosten und kürzeren Zeitplänen führt“, fügt er hinzu.

Dank der kombinierten Funktionalität von Bluebeam Revu und Bluebeam Studio muss man nicht mehr mehrere Sätze von Drawings auszudrucken und an mehrere Beteiligte senden. Auch Reisen zur Baustelle oder zu Bürobesprechungen zwecks Planprüfung erübrigen sich.

Wie kann die Bauindustrie nachhaltiger werden?